Die Geschichte der Lichtwerbung

Die Geschichte der Lichtwerbung

Von der Straßenbeleuchtung zur Lichtwerbung

Die Geschichte der modernen Stadtentwicklung ist untrennbar mit ihrer fortlaufenden Beleuchtung verbunden. Beleuchtete Gebäude, Straßenbeleuchtung, beleuchtete Schaufenster, Lichtwerbeanlagen – das städtische Leben ist gekennzeichnet durch künstliche Beleuchtung.

Im 16. Jahrhundert wurden erste Ansätze einer permanenten Straßenbeleuchtung umgesetzt. Es wurden Vorschriften erlassen, welche Hausbesitzern auferlegten jedes Haus mit einer Laterne zu kennzeichnen. Im 17. Jahrhundert wurden in Paris erste öffentliche Laternen installiert: Einheitslaternen mit einem schwarzen Kasten, in denen Kerzen brannten. Die Entwicklung der Gasbeleuchtung im 19. Jahrhundert trieb die Illumination der Städte weiter voran. 1835 traten Gaslichter von Paris aus ihren Siegeszug an. Gab es in besagtem Jahr noch um die 200 Gaslaternen, waren es 1839 bereits knapp 13.000. Die Lichtwerbung entwickelte sich nahezu parallel. Wurden im 16. Jahrhundert noch Schilder für zum Beispiel Wirtshäuser mit Kienspan (ein harzdurchtränktes Stück Holz) beleuchtet, begann der planmäßige Einsatz von Lichtwerbung im 19. Jahrhundert, wobei farbige Transparente per Gasflammen durchleuchtet wurden.

Der Durchbruch der Lichtwerbung

Der endgültige Durchbruch der Lichtwerbung ist eng mit der Erfindung der Glühbirne und ihrer industriellen Massenfertigung verbunden. Plötzlich ließen sich die Städte per Knopfdruck erhellen, was die Verbreitung von Leuchtreklame förderte. Beleuchtete Schaufenster und Fassaden, Außenwerbung auf Hauswänden und Giebeln, die Installation von Litfaßsäulen und Plakatständern verbreiteten sich rasend und wurden zum Symbol belebter Großstädte und veränderten die Gestaltung ebendieser nachhaltig.

1876 beschäftigte sich William J. Hammer als erster mit elektrischen Lichtzeichen und versuchte sie für die Werbebranche attraktiv zu machen. 1880 baute er einen durchscheinenden Kasten mit transluzenten Oberflächen, in dem sich 2 frühe Versionen der Glühbirne befanden. Dieser frühe Leuchtkasten wurde 1882 auf der Crystal Palace Electrical Exhibition präsentiert. Der Siegeszug der Lichtwerbeanlagen war von nun an nicht mehr aufzuhalten.

1898 entstand am Berliner Alexanderplatz das spektakuläre Manoli-Rad, das von der ortsansässigen Tabakfabrik Manoli installiert wurde. Der Clou: Hintereinander geschaltete Glühbirnen erzeugten den Eindruck einer Kreisbewegung, bevor in der Mitte der Slogan „Raucht Manoli“ erschien. Bis 1907 entstanden so viele Lichtwerbeanlagen, die über Blinklichter, lineare Lauflichter oder fest definierte Glühbirnenfelder verfügten. Aufsehenerregend war beispielsweise die Lichtwerbeanlage der Firma Kupferberg, die eine sich langsam neigende Sektflasche zeigt, welche den Sekt in einen Kelch goss, aus dem unzählige Glühlampenbläschen aufstiegen.

Licht hat die Wahrnehmung der Städte nachhaltig verändert. Eine Nacht im typischen Sinne wird von einer Vielzahl von Beleuchtungen und Lichtwerbeanlagen verdrängt. Der nächtliche Eindruck wurde zum Gradmesser urbaner Lebensqualität. Es entwickelte sich ein regelrechter Wettbewerb zwischen den Metropolen Europas um den Titel „Lichtstadt“.

Kritik an der Lichtwerbung?

Lichtwerbung und Außenwerbung geriet Anfang des 20. Jahrhunderts in die Kritik. Ihr planloser Einsatz rief Kritiker auf den Plan, was in Gesetzen und Vorschriften mündete. Bereits 1902 wurde ein Gesetz gegen Verunstaltung erlassen, dass in reizvollen Gegenden keine ausufernde Werbung zuließ. Bayern erweiterte das Gesetz 1914 sogar dahingehend, dass es ein ausdrückliches Verbot der Lichtwerbung enthielt.

Doch ließ sich der Siegeszug der Leuchtreklame nicht aufhalten. Nach dem ersten Weltkrieg waren viele Gemeinden und Städte an den nicht unerheblichen Steuerzahlungen der Betreiber von Lichtwerbeanlagen interessiert, Elektrizitätswerke forcierten den Absatz von Lichtstrom und Städte und die Elektroindustrie bauten die Lichtwerbung weiter aus. 1928 wurden im Rahmen der „Berlin im Licht“ Kampagne zahlreiche aufwendige Anlagen an öffentlichen Gebäuden, Kinos oder Kaufhäusern installiert. In dieser Zeit kam auch die Weihnachtsbeleuchtung in den großen Geschäftsstraßen auf.

Es werde Neon-Licht

Für die Entwicklung der Lichtwerbung spielte die in den 30er Jahren zur Marktreife entwickelte Leuchtstoff- oder Neonröhre eine große Rolle, die Licht auf eine große Fläche verteilen konnte. Der Firma Osram gelang es, die farblosen Glasröhren mit UV-Licht anregbarem Leuchtstoff zu beschichten, so dass die Röhren nun in allen erdenklichen Farben leuchten konnten. Nach den zweiten Weltkrieg wurde Neon somit zum Inbegriff des Aufbruchs. Lichtwerbung lockte tausende Menschen in die Kinos, Geschäfte und Lokale. Aus Neon wurden Schriftzüge in allen erdenklichen Formen und Farben gefertigt, die von einem neuen Lebensgefühl zeugten.

In den 60er Jahren setzten sich Leuchtkästen durch. Sie waren in der Herstellung günstiger und in der Lichtwirkung auffälliger als die filigranen Neon-Schriftzüge. Somit sind Leuchtkästen und -transparente auch heutzutage noch ein wesentlicher Bestandteil der Lichtreklame.

Lichtwerbung Beispiele

Höher, schneller, heller

Bereits in den 60ern wurden Werbeanlagen beträchtlicher Größe gebaut. Agfa etwa schuf an der Autobahn eine freistehende Werbeanlage aus ca. 700 Neonröhren mit einer Fläche von über 100 Quadratmetern, Mercedes errichtete in Berlin ein 20m hohes Monument am Flughafen Tegel und in den Innenstädten hielten erste Werbeanlagen mit drehbaren Elementen Einzug. Mercedes ließ beispielsweise einen 10m großen Mercedesstern rotieren, in Düsseldorf setzte die Sparkasse ihr Logo in einer ca. 9 m großen Variante in Bewegung. In den Großstädten kamen erste große Bildschirme zum Einsatz, die im 9-Sekunden-Rhytmus aktuelle Nachrichten und Werbung zeigten. Bereits hier begann der Weg zu modernen Außenwerbesystemen, wie wir sie auch heute noch kennen.

LED there be light

Die Entwicklung der LED (Light Emitting Diode) gab der modernen Außenwerbung einen weiteren Schub. Der Einsatz von LED erhöht die Langlebigkeit der Werbeanlagen und spart einen Großteil des Stromverbrauchs im Vergleich zu Neonröhren. Sie ist vielseitig einsetzbar und kann von Haus aus verschiedenste Farben abbilden und Bewegtbilder entstehen lassen. Das machte die LED zum idealen Leuchtmittel für Werbeanlagen und wird heutzutage in einem Großteil der Anlagen eingesetzt. Auch bei Sonnenschein sorgen Leuchtdioden für gute Kontraste und ermöglichen den Einsatz beleuchteter Werbeanlagen am Tag.

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Dieser Text basiert auf dem Buch „Signaturen der Nacht“, Herausgeber: Fachverband für Lichtwerbung